Technik    

Wie genau funktioniert der Adapter? Warum werden Bilder richtig belichtet, obwohl ein externer Blitz an der Digitalkamera eigentlich nicht vorgesehen ist?


Der Digital-Adapter wird von außen so am Unterwassergehäuse angebracht, dass er vom eingebauten Blitz der Kamera angestrahlt wird. Erkennt der Adapter den steilen Helligkeitsanstieg eines Blitzes, löst er den Hauptblitz aus. Die Lichtmenge eines Fotoblitzes wird über die Leuchtdauer des Blitzes geregelt; h
andelsübliche Digitalkameras haben Blitzbrennzeiten von einigen 10µs bis zu ca. 0,5ms. Die Methode zur Ermittlung der Brenndauern ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Die 3 häufigsten Techniken:
  • Manuelle Blitzauslösung: Einige Kameras feuern ihren internen Blitz immer mit voller Leistung ab und stimmen die Empfindlichkeit des CCD-Sensors darauf ab. Das führt dazu, dass auch der externe Hauptblitz gleich lang brennt. Eine Regelung der Blitzleistung durch den Digital-Adapter findet nicht statt, ein manuell einstellbarer, externer Blitz kann jedoch auch hier gute Ergebnisse liefern. Da diese Technik zu einem hohen Stromverbrauch führt, wird sie in Digitalkameras schon lange nicht mehr verwendet.

  • Sensor-Blitze: Eine häufige Methode bei digitalen Kameras ist ein Lichtsensor, der während des Blitzes die Helligkeit misst und den internen Blitz bei ausreichender Beleuchtung wieder abschaltet. Dieser Abschaltvorgang wird vom Digital Adapter erkannt; in der Folge löscht er den Hauptblitz innerhalb von 4-6 µs.
    Über ausreichende Bildbelichtung entscheidet die Kamera. In Verbindung mit manuellen Einstellmöglichkeiten an der Kamera (+- EV) gelingt so nahezu jedes Foto. Zusätzlich lässt sich diese Funktion mit einer Vorblitzunterdrückung kombinieren. Hier gelten die gleichen Bedingungen wie beim Vorblitz-Blitzen, mit dem Unterschied, dass auf einen Vorblitz verzichtet wird und die Lichtmege wirklich "on the fly", also während der Aufnahme gemessen wird. Mit dieser Technik arbeiten beispielsweise Kameras von Panasonic, Fuji od. Leica.

  • Vor-/Messblitz: Ein Vorblitz beleuchtet zunächst die Szene. Aus der Menge des zurückfallenden Lichtes berechnet die Kamera die für den Hauptblitz erforderliche Lichtmenge/Blitzbrenndauer. Im Anschluss (einige 100ms später) wird der Hauptblitz gezündet und das Foto belichtet.
    Der Digital-Adapter kann sowohl transparent den Messblitz als auch den Hauptblitz mit dem externen Blitz auslösen, die Kamera kann sich somit auf das unerwartete Zusatzlicht einstellen und wird es beim Hauptblitz entsprechend berücksichtigen. Da sie dem externen Zusatzblitz gegenüber sozusagen blind ist, wird der Kamera eine einfach auszuleuchtende Szenerie vorgespiegelt. Bei Digitalkameras ist dies die am weitesten verbreitete Technik, der Digital-Adapter kann hier vollen Nutzen bringen!

    Beispiel: Bei den verbreiteten Olympus-Kameras mit Vorblitzfunktion (z.B. C7070 oder C8080) beträgt die Zeitspanne zwischen Mess- und Hauptblitz ca. 100ms. (exakte Zeiten für zahlreiche Kameras finden Sie in unserer Datenbank links) Innerhalb diese Zeitspanne muss der große Amphibienblitz also einen ca. 60-80us langen Vorblitz sowie einen bis zu 2000us langen Hauptblitz abgeben. Dies erledigt ein Sea&Sea YS-60TTL oder Ikelite DS-50 problemlos, da der Messblitz ja nur eine geringe Leistung hat. Der Digital-Adapter hat mit diesen Anforderungen überhaupt keine Probleme: Er erkennt zwei Blitze auch im Abstand von weniger als 10us fehlerlos!

Funktionsweise des Digital Adapter 2:

Vorblitzkameras verwenden den Vorblitz, um die Leistung für den Hauptblitz zu ermitteln. Die Lichtmenge wird durch einen Sensor an der Kamera oder auch - wie beim "klassischen" TTL - auf der Chipebene, also durch das Objektiv, gemessen. Einfach ausgedrückt: Kommt viel Licht vom Vorblitz zurück, muss der Hauptblitz entsprechend schwächer sein.


Folgender Versuch verdeutlicht die Funktion:

Aufbau: Zum Test verwendet wurde eine Olympus 4040, die jeweiligen Blitzbrennzeiten wurden mit einem Oszilloskop aufgezeichnet. Fotografiert wurde (überwasser) eine ca. 3m entfernte dunkle Wand. Es ist zu erwarten, dass der kleine eingebaute Blitz hier an seine Grenzen stößt. Alle Bilder werden im Automatik-Modus ("A") ohne Blitzkorrektur geschossen.

Vorblitz: Der Vorblitz der Olympus ist, unabhängig von der Entfernung des Motivs, immer ca. 55µs lang. In dieser Zeit ermittelt die Olympus die Lichtmenge für den ca. 100ms später folgenden Hauptblitz
Ohne externen Blitz: Der Hauptblitz brennt ca. 900µs mit voller Helligkeit. An der schwach abfallenden Lichtkurve erkennt man, dass die volle Leistung abgegeben wurde; die Kondensatorspannung fällt anähernd exponentiell ab, die Lichtleistung der Röhre lässt nach, bis sie schließlich erlischt.
Mit externem Blitz und Digital-Adapter: Die Aufzeichnung des Hauptblitzes beim identischen Motiv zeigt eine deutlich kürzere Brennzeit des internen Blitzes. Da auch der Vorblitz vom externen Blitz "mitgeblitzt" wird, verringerte die Kamera die Leistung des Hauptblitzes deutlich. Die steilere Abfallkurve (anderer t-Maßstab, siehe Vergrößerung des Bildes) zeigt, dass hier noch nicht die volle Leistung abgefeuert, sondern der Blitz von der Kamera geregelt wurde. .

Da nur die verbrauchte Blitzenergie nachgeladen werden muss, wurde zusätzlich der Akku der Digitalkamera geschont; die Kamera ist schneller wieder für ein (Blitz-)Foto bereit. Gerade Kaltwassertaucher, die nach jedem Foto unter Umständen 10 Sekunden auf den Blitz der Digitalkamera warten müssen, werden sich über den Zeitvorteil freuen.

Bereits jetzt bieten viele digitale Sucherkameras bessere Möglichkeiten zur Blitzsteuerung als viele Analog-Spiegelreflex-Kameras, beispielsweise variable Blitzsynchronzeit, Multispot-Messungen und nicht zuletzt die digitale Nachbearbeitung durch den Bildprozessor in der Kamera. Zwar unterscheidet diese Arbeitsweise sich technisch von "echter" TTL-Messung, im Ergebnis steht sie jedoch in nichts nach.

Manche Kameras versuchen, mit dem Vorblitz auch den sogenannten "rote-Augen"-Effekt zu verringern. Mit dem Digital-Adapter lassen sich hier die Vorblitze ausblenden und der externe Blitz nur auf den Hautblitz auslösen. Es können 1-3 Vorblitze unterdrückt werden. (Beispiele hierfür: Canon, HP oder Olympus)

Am Digital Adapter kann in 50µs-Schritten zudem noch eine Ein- und Ausschaltverzögerung konfiguriert werden. In Verbindung mit manuellen Einstellmöglichkeiten an der Kamera ist nahezu jede Kombination von Digitalkamera und Blitz geeignet. Auch ein vergleichsweise schwacher Blitz verbessert die Bildqualität erheblich gegenüber dem internen Blitz, selbst in klaren Tropengewässern. Für überaus leistungsstarke Blitze wie z.B. den Sea&Sea 350 kann der Digital-Adapter mit Regelzeiten im µs-Bereich auch im Makrobereich eingesetzt werden.

Auch wenn der interne Blitz Ihrer Digitalkamera (z.B. von einem Weitwinkelobjektiv) verdeckt wird, reicht die Lichtmenge noch immer für die Zündung des Hauptblitzes mit Hilfe des Digital Adapters. Sollte Ihr Gehäuse jedoch vollständig undurchsichtig sein, können Sie den Adapter leider nicht verwenden.

Natürlich können auch Analog-Fotografen von dem Digital Adapter profitieren: Lösen Sie einen 2. (oder 3.) Blitz TTL-gesteuert mit Ihrem bestehenden Blitz aus! Der Adapter kostet soviel wie ein Nikonos-Syncronkabel, kann jedoch deutlich mehr. So können Sie die Szene zum Beispiel von einem zweiten Taucher mit einem zusätzlichen Blitz beleuchten lassen, kabellos und zuverlässig. Solange der Fotosensor ungefähr in Richtung Ihres Hauptblitzes weist, können Sie Sklavenblitze noch aus mehreren Metern Entfernung auslösen.